CAROLA 3.0

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Faktencheck

Zu breit? Zu hoch? Sachlich beantwortet.

Zum Entwurf der neuen Carolabrücke gibt es wiederkehrende Einwände. Hier die häufigsten Fragen zu CAROLA 3.0 von FHECOR und TSSB architekten – mit den Fakten.

Faktencheck

Kurz zusammengefasst

32,50 m– die schmalste der vier Varianten (amtliche Kennwerte der Stadt)
Höhe um 1 m reduziertgegenüber dem ersten Entwurfsstand – nach Teamangabe (Sommer 2026) rund 1,50 m über dem Bauwerk von 1971, Lichtraumprofil unverändert; MDR.de nannte am 4. September 2026 2,50 m über der alten Brücke, eine amtliche Zahl nach dem Beschluss liegt noch nicht vor
Eine zusätzliche Pfeilerachsegegenüber 1971 – ihre Lage stammt von der historischen Carolabrücke 1.0; in der Elbe steht bei allen vier Entwürfen nur ein einziger Pfeiler
2,50 m Radweg möglichbei gleicher Brückenbreite – mit dem ADFC geprüft
Keine Gleisquerungmehr nötig – mit der gemeinsam mit dem ADFC erarbeiteten Ergänzung; weder Neustadt–Altstadt noch zu den Elbwiesen
Breite

Ist die neue Carolabrücke zu breit?

Nein. Mit 32,50 m ist CAROLA 3.0 die mit Abstand schlankste der vier Varianten. Alle Sicherheitsräume und Regelwerke sind eingehalten; die schmale Breite lässt Stadtbild und Elbraum so frei wie möglich.

Höhe

Liegt die Brücke zu hoch?

Der erste Entwurfsstand lag im Scheitelpunkt rund 2,50 m über der alten Carolabrücke – das wurde kritisiert. Das Planungsteam hat daraufhin nachgerechnet und die Höhe um einen Meter reduziert. Nach seinem Planungsstand vom Sommer 2026 liegt der Entwurf damit rund 1,50 m höher als das Bauwerk von 1971, bei gleichbleibendem Lichtraumprofil für die Schifffahrt.

Der MDR nannte auf MDR.de am 4. September 2026 dagegen 2,50 m über der alten Brücke, begründet mit dem Pfeiler in der Elbe. Eine amtliche Zahl nach dem Beschluss liegt noch nicht vor. Zum MDR-Beitrag →

Wichtig zur Einordnung: Die amtliche Entwurfsgegenüberstellung der Stadt vom 16. Juni 2026 bildet noch den ersten Stand mit rund 2,50 m ab. Die Optimierung erfolgte im Nachgang.

Pfeiler

Wie viele zusätzliche Pfeiler hat der Entwurf?

Eine zusätzliche Pfeilerachse – und die hat einen Grund: Die Pfeilerachse im Vorland auf der Neustädter Seite ist nicht von der Carolabrücke 2.0 übernommen, sondern von der historischen Carolabrücke 1.0. Daraus ergibt sich eine Achse mehr als beim Bauwerk von 1971. In der Elbe selbst steht – wie bei allen vier Entwürfen – nur ein einziger Pfeiler; das ist die Vorgabe des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes.

Radweg

Wie breit ist der Radweg – und muss man Gleise queren?

In der vierspurigen Variante sind die Radwege 2,10 m breit. Im Nachgang hat das Planungsteam mit dem ADFC Dresden weiter gesprochen und geprüft, ob 2,50 m möglich sind: Sie sind es – bei gleicher Brückenbreite, indem der oberstromige Gehweg von 3,00 m auf 2,00 m schmaler wird. Eine Radwegbreite von 2,50 m ist im Entwurf also machbar, ohne dass das Bauwerk wächst.

Zur Gleisquerung gibt es zwei Betrachtungen. Für die Nord-Süd-Verbindung von der Neustadt in die Altstadt musste der Radweg durch die Seitenlage der Straßenbahn am Carolaplatz und am Rathenauplatz je einmal die Gleise queren – das hat das Expertengremium zu Recht angemerkt. Für die Auf- und Abfahrten von den Elbufern auf die Brücke war dagegen von Anfang an keine Querung nötig.

Weil dieser Punkt so stark kritisiert wurde, hat das Planungsteam gemeinsam mit dem ADFC eine abgestimmte Lösung erarbeitet: Ergänzend ist der Radweg zwischen Straßenbahn und Fahrbahn als Schnellradweg vorgesehen, und der Gehweg an der Außenkante wird für Radfahrende freigegeben. Damit ist in beiden Fällen keine Gleisquerung mehr erforderlich – weder im Geradeausverkehr Neustadt–Altstadt noch bei den Zu- und Abfahrten zu den Elbwiesen.

Entscheidung

Ist schon entschieden, welche Brücke gebaut wird?

Ja. Der Dresdner Stadtrat hat am 3. September 2026 mit 39 zu 31 Stimmen, ohne Enthaltungen, das Planungsteam FHECOR und TSSB architekten mit dem Entwurf CAROLA 3.0 beauftragt. Zuvor lief die Bürgerbefragung carolaVOTE vom 13. Juni bis 19. Juli 2026; 25.887 Menschen haben teilgenommen, das Ergebnis wurde am 7. August 2026 veröffentlicht: CAROLA 3.0 erreichte dort mit 38 % Platz 1. Das Begleitgremium mit seinen 26 Mitgliedern hatte am 18. August 2026 mit 14 zu 12 Stimmen das Planungsteam LAP empfohlen; CAROLA 3.0 stand dort auf Rang 2. Der Stadtrat war an die Bürgerbefragung nicht gebunden und hat frei entschieden. Den Vertrag zur Fortführung der Planung unterzeichnete Oberbürgermeister Dirk Hilbert am 10. September 2026; das Planungsteam startet in die Planungsphase 2. Zum Baubeginn nennt die Stadt zwei Stände: In der Pressemitteilung vom 25. September 2026 heißt es, die Ausschreibung könne im Herbst 2027 beginnen und der Baubeginn sei für 2028 vorgesehen; die Projektseite der Stadt nennt mit Seitenstand 7. September 2026 Anfang Oktober 2027 und Mai 2028. Zur Meldung →

Planungsteam

Wer steht hinter CAROLA 3.0?

FHECOR (Ingenieur- und Tragwerksplanung), TSSB architekten (Architektur) und UKL (Landschaftsarchitektur). Ihr Entwurf ist der vom Stadtrat ausgewählte Entwurf für die neue Carolabrücke in Dresden. Mehr zum Planungsteam →

Einordnung

CAROLA 3.0 ist der Entwurf für die neue Carolabrücke: Der Dresdner Stadtrat hat sich am 3. September 2026 mit 39 zu 31 Stimmen für das Planungsteam FHECOR und TSSB architekten entschieden. Zuvor lag der Entwurf in der Bürgerbefragung carolaVOTE mit 38 % auf Platz 1 (25.887 Teilnehmende); Expertengremium und Begleitgremium hatten ihn auf Rang 2 gesehen. Den Vertrag zur Fortführung der Planung unterzeichnete Oberbürgermeister Dirk Hilbert am 10. September 2026; das Planungsteam startet in die Planungsphase 2. Zum Baubeginn nennt die Stadt zwei Stände: 2028 in der Pressemitteilung vom 25. September 2026, Mai 2028 auf ihrer Projektseite mit Seitenstand 7. September 2026. Zur Meldung

Wie es weitergeht

Wie wurde entschieden?

Expertengremium, Bürgerbefragung, Begleitgremium, Stadtrat – wer wann worüber befunden hat.