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Die Geschichte der Carolabrücke.
An dieser Stelle – zwischen dem Rathenauplatz in der Altstadt und dem Carolaplatz in der Neustadt – standen bereits zwei Carolabrücken. Die erste wurde 1895 eröffnet und 1945 gesprengt, die zweite 1971 eröffnet und nach dem Teileinsturz am 11. September 2024 um 2:58 Uhr abgerissen. Der Neubau wird die dritte: Am 3. September 2026 hat der Stadtrat den Entwurf CAROLA 3.0 ausgewählt.
Stand: 28. September 2026
Die erste Carolabrücke
Der Bau begann im August 1892, am 6. Juli 1895 wurde die Brücke eingeweiht und für den Verkehr freigegeben. Sie trug den Namen der sächsischen Königin Carola von Wasa-Holstein-Gottorp und hieß bis 1918 offiziell „Königin-Carola-Brücke". Über dem Strom spannten sich eiserne Bogenfachwerkträger, in den Vorlandbereichen steinerne Bögen — jener Rhythmus, den Augustus- und Albertbrücke bis heute tragen.
Am Abend des 7. Mai 1945, einen Tag vor der Kapitulation, sprengten Soldaten der Waffen-SS zwei der drei Stromöffnungen und zwei Vorlandbögen auf der Neustädter Seite. Die Reste standen noch Jahre in der Elbe; abgetragen wurde die Brücke endgültig erst am 7. März 1952.
Die zweite Carolabrücke
Der Nachfolgebau entstand ab 1967 und wurde am 10. Juni 1971 für den Verkehr freigegeben. Er brach mit der Dresdner Bogenreihe: eine Spannbetonbrücke aus drei nebeneinanderliegenden Hohlkästen, flach und ohne sichtbare Bögen. Von 1947 bis 1991 trug das Bauwerk den Namen Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke, danach wieder Carolabrücke.
| Brückenzug | Breite | Verkehr |
|---|---|---|
| A | 11,65 m | zwei Fahrspuren |
| B | 8,70 m | zwei Fahrspuren |
| C | 11,65 m | Straßenbahn, Rad- und Fußweg |
Zusammen ergaben die drei Züge eine Breite von rund 32 Metern. Das ist bemerkenswert für die Debatte um die Breite: Der ausgewählte Entwurf CAROLA 3.0 liegt mit 32,50 m nur etwa einen halben Meter darüber — und damit unter den drei anderen Entwürfen des Verfahrens. Zum Breitenvergleich →
Der Einsturz und seine Folgen
Um 02:58 Uhr brach der Brückenzug C auf einer Länge von 108 Metern in die Elbe. Zu dieser Uhrzeit war niemand auf der Brücke. Die letzte Straßenbahn der Linie 7 hatte den Brückenzug etwa acht Minuten zuvor passiert, gegen 2:50 Uhr.
- Ursache: wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion an den Spanngliedern. Feuchtigkeit war bereits während der Bauzeit in den Beton gelangt.
- Ausmaß: An der Bruchstelle waren rund 68 Prozent der Spannglieder stark geschädigt.
- Auslöser: ein nächtlicher Temperatursturz nach einer Wärmeperiode, zusammen mit der Belastung durch den Straßenbahnverkehr.
Mit dem Brückenzug rissen zwei Fernwärmeleitungen von je 500 Millimetern Durchmesser. Heißes Wasser lief in die Elbe und auf das Terrassenufer; die Fernwärmeversorgung war bis in den Vormittag unterbrochen. Ein Ersatz über die Augustusbrücke lief bis Ende November 2024.
Die Elbe wurde als Bundeswasserstraße gesperrt — zunächst vollständig, ab Februar 2025 mit angemeldeten Durchfahrten. Erst Mitte August 2025 war sie wieder frei. Das Terrassenufer öffnete am 17. September 2025.
Der Abriss
Im Februar 2025 registrierten Schalldetektoren bei Frost weitere Spanngliedrisse. Die Stadt stufte auch die Züge A und B als akut einsturzgefährdet ein und ließ sie am 12. Juni 2025 kontrolliert zum Einsturz bringen — über zuvor angelegte Sollbruchstellen, nachdem eine Bergung auf Pontons am instabilen Elbgrund gescheitert war.
Angaben der Landeshauptstadt Dresden, Stand Anfang September 2025.
Der Weg zur dritten Carolabrücke
- 19. Juni 2025GrundsatzbeschlussDer Stadtrat beschließt den Ersatzneubau und das Verfahren — eine Mehrfachbeauftragung mit vier Planungsteams statt eines Architekturwettbewerbs.
- 26. Mai 2026Vier EntwürfeDie Teams reichen ihre Vorplanung ein. Die Stadt veröffentlicht Visualisierungen und Erläuterungen. Die vier Entwürfe →
- 10. Juni 2026Rangfolge des ExpertengremiumsEinstimmige, ausdrücklich nicht bindende Empfehlung.
- 7. August 2026Ergebnis der Bürgerbefragung25.887 Teilnehmende; CAROLA 3.0 erreicht 38 % und damit Platz 1. Alle Zahlen →
- 18. August 2026Empfehlung des Begleitgremiums14 zu 12 Stimmen für LAP und Knight Architects; CAROLA 3.0 auf Rang 2. Die Empfehlung war für den Stadtrat nicht bindend.
- 3. September 2026Der Stadtrat hat entschiedenMit 39 zu 31 Stimmen, ohne Enthaltungen, beauftragt der Stadtrat das Planungsteam FHECOR und TSSB architekten mit dem Entwurf CAROLA 3.0 – im Einklang mit der Bürgerbefragung, entgegen der Empfehlung des Begleitgremiums. Zur Meldung →
- 10. Sept. 2026Vertrag unterzeichnetOberbürgermeister Dirk Hilbert unterzeichnet den Vertrag; das Planungsteam startet in die Planungsphase 2 (Mitteilung der Stadt vom 25. September 2026). Zur Meldung →
- 2028Geplanter BaubeginnDie Stadt schreibt am 25. September 2026, der Baubeginn sei für 2028 vorgesehen, die Ausschreibung könnte im Herbst 2027 beginnen; ihre Projektseite nennt mit Stand 7. September 2026 weiterhin Mai 2028 und Anfang Oktober 2027. Der vollständige Zeitplan →
Häufige Fragen zur Carolabrücke
Wann ist die Carolabrücke eingestürzt?
Am 11. September 2024 um 02:58 Uhr. Betroffen war der Brückenzug C auf 108 Metern Länge. Es gab keine Verletzten.
Wo stand die Carolabrücke?
Zwischen dem Rathenauplatz in der Altstadt und dem Carolaplatz in der Inneren Neustadt, zwischen Augustusbrücke und Albertbrücke. Über sie führt die Bundesstraße 170.
Warum ist sie eingestürzt?
Durch wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion an den Spanngliedern. Die Feuchtigkeit war bereits beim Bau in den Beton gelangt; an der Bruchstelle waren rund 68 Prozent der Spannglieder stark geschädigt.
Wann wurde die Carolabrücke gebaut?
Die eingestürzte Brücke entstand ab 1967 und wurde am 10. Juni 1971 für den Verkehr freigegeben. Die erste Carolabrücke an derselben Stelle wurde von 1892 bis 1895 gebaut und am 6. Juli 1895 freigegeben; sie wurde am 7. Mai 1945 gesprengt.
Wie alt war die Brücke?
53 Jahre. Freigabe am 10. Juni 1971, Teileinsturz am 11. September 2024.
Wann wird die neue Carolabrücke gebaut?
Ein festes Datum gibt es nicht. Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat den Vertrag am 10. September 2026 unterzeichnet, das Planungsteam FHECOR und TSSB architekten ist seitdem in der Planungsphase 2. Anfang 2027 soll der genehmigungsreife Entwurf vorliegen. Die Ausschreibung könnte nach der Mitteilung der Stadt vom 25. September 2026 im Herbst 2027 beginnen, der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen; die Projektseite der Stadt nennt mit Stand 7. September 2026 weiterhin Anfang Oktober 2027 und Mai 2028. Aktueller Stand und Termine →
CAROLA 3.0 ist der Entwurf für die neue Carolabrücke: Der Dresdner Stadtrat hat sich am 3. September 2026 mit 39 zu 31 Stimmen für das Planungsteam FHECOR und TSSB architekten entschieden. Zuvor lag der Entwurf in der Bürgerbefragung carolaVOTE mit 38 % auf Platz 1 (25.887 Teilnehmende); Expertengremium und Begleitgremium hatten ihn auf Rang 2 gesehen. Den Vertrag zur Fortführung der Planung unterzeichnete Oberbürgermeister Dirk Hilbert am 10. September 2026; das Planungsteam startet in die Planungsphase 2. Zum Baubeginn nennt die Stadt zwei Stände: 2028 in der Pressemitteilung vom 25. September 2026, Mai 2028 auf ihrer Projektseite mit Seitenstand 7. September 2026. Zur Meldung